Press review

Hier geht es zum Pressespiegel 2020-2022

Obiger Galaxis – Wiedersehen I von Claudia Wahjudi
Tip Berlin. Kunst 13.-27.4.2022

Der Plan war so einfach wie anspruchsvoll: Mit der Aussicht auf ein Ablaufen der Pandemie wollten die neun Stamkünstler:innen ihrer eigenen, Axel Obiger genannten Produzentengalerie ein wiedersehen feiern. So luden sie je fünf Kolleg:innen ein, je ein Werk zun Thema "Obiger Galaxis" mitzubringen. Und an einem einzigen Tag aufzuhängen, ohne Vorab-Modell und Gerangel um den besren Platz. Und siehe da: Es hat geklappt. Über 50 Arbeiten so gut wie aller Genres führen in ein buntes Kaleidoskop aus irdischen Stars und Sternchen und all den kosmischen Sternen im All.

 

Axel Obiger Brunnenstr. 29, Mitte, 

Do-Fr 15-19 Uhr, Sa 14–19 Uhr, bis 29.4, Führungen 16. + 24.4, 18 Uhr 

 

Tip-Berlin_13.-27.4.2022_S.97_wix.jpg
Brunnenstraßen-Aktion I von Ingeborg Ruthe
Feuilleton Berliner Zeitung vom 16.04.2021

"Visita d'urgenza Kunst-Akutsprechstunde bei Stefano Gualdi". Jeden Freitag wird das Schaufenster des Projektraumes Axel Obiger zur Praxis für Bilder und Alltag. 

 

Berlin - Wenn eine Kunstgalerie „Akutsprechstunden anbietet", dann ist wohl klar – es handelt sich um eine vorübergehende Maßnahme. In diesem Falle um ein neues und auch ziemlich originelles Kunst-&-Alltags- Format, dem der vor 100 Jahren geborene Kunst- &-Alltags-Aktionist Joseph Beuys sicher zustimmen würde, weil damit der Kontakt zum Kunstpublikum und zu den Bewohnern der Nachbarschaft, insbesondere während des aktuellen und möglichen nächsten Lockdowns, unbedingt beibehalten wird – oder nach langen Schließzeiten überhaupt wiederhergestellt werden kann.

 

Der beliebte Projektraum Axel Obiger – der Name setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der Künstlerinnen und Künstler dieser Gemeinschaft – bietet eine Kunstbegegnung an der frischen Luft an, draußen, auf der Brunnenstraße, vorm großen Fenster. Jeden Freitagnachmittag (jeweils 16 bis 19 Uhr) sind die einzelnen Kunstwerk im Schaufenster zu betrachten, ein ganzes Wochenende will dann zu Überlegungen anregen, was mit unserem Alltag durch die Pandemie passiert ist. Warum es scheinbar so viele Wahrheiten gibt. Ob die allgemeine Verunsicherung Erkenntnis ermöglicht. Ob das Kontrollverlust, Freiheit oder Angst bedeutet. Und ob gar in der Not eine Tugend liegt?

 

Den Anfang dieser Bildbetrachtung mit Straßendebatte machte die Konzeptualistin Harriet Groß, nacheinander folgen drei weitere Künstler der Galerie, die allesamt in Berlin arbeiten und leben: Maja Rohwetter thematisiert in ihrer Malerei die Ambivalenz von Realität und Virtualität. Sie entwickelt ihr Werk im Medientransfer von Collage, Malerei und Computergrafik und hinterfragt grundsätzliche Prinzipien der Bildgenese in den jeweiligen Medien. Ihre farbig angespannten Kompositionen erzeugen einen befremdlichen Bildraum, der in seiner synthetischen Struktur beweglich und amorph erscheint.

Herangeführt an diese Kunst wird am 16. April. Da es in der Brunnenstraße einige Co!ee-to-go- Möglichkeiten gibt, empfiehlt sich, die Ka!eezeit dort zu verbringen. Der Diskurs über Farbe, Form und deren Bedeutung dauert dann an, bis daheim das Abendbrot fällig ist.

 

Auf Maja Rohwetters Bilder folgen am 23. April die ihres Kollegen Thilo Droste, und der malende Bildhauer Enrico Niemann bringt seine farbigen Objekte am 30. April zur Fenster-Ansicht. Jede dieser Freitags-Aktionen moderiert der Kunsthistoriker und bekannte Stadtführer Stefano Gualdi. Er kommuniziert über ein Mikrofonsystem mit den Besuchern auf der Straße – genauso wie es in den Notdienst- Apotheken, in Krankenhäusern und in anderen Situationen, in denen physischer Kontakt nicht erlaubt ist, derzeit üblich ist.

Projektraum Axel Obinger, Brunnenstr. 29, Berlin - Mitte 

2021_4_16_BerlinerZeitung_IngeborgRuthe_neu.jpg
Wenigstens ein Bleistift I von Michaela Nolte
Der Tagesspiegel, Juli 2021

Bei Axel Obiger kreieren Künstler eigene Museum-Souvenirs

2020_7 Der Tagesspiegel, Michaela Nolte_Wix.jpg
Report: Was nun? Galerien und Projekträume in der Corona-Krise auf unsicherem Terrain I von Peter Funken
KUNSTFORUM Bd. 268 - Juni 2020

Die Corona-Krise erfasst das gesamte gesellschaftliche Leben weltweit. Auch in der Kunst sind die Auswirkungen von Lockdowns und Kontakteinschränkungen gravierend, bilden doch gerade in diesem Bereich soziale Nähe, Öffentlichkeit, Begegnungen und unmittelbares Erleben die Grundlagen jeder Vermittlung. Kunst zu verstehen, zu vermitteln oder zu erwerben hängt fast immer von direkten Kontakten der Akteure im Betriebssystem Kunst ab. Wenn aber KünstlerInnen, GaleristInnen oder KuratorInnen den SammlerInnen und dem interessierten Publikum nicht mehr Aug in Aug begegnen, reißt ein Faden, die Kommunikation ist gestört oder muss anders stattfinden. In dieser Situation befindet sich die gesamte Kunstwelt, die vermutlich über einen längeren Zeitraum mit Einschränkungen zu kämpfen hat; und selbst wenn Medien, Online-Angebote und digitale Kommuni kationsformen seit Jahren in allen Bereiche des Kunstbetriebs zum Alltag gehören, ganz werden sie Ereignisse wie Vernissagen, Life Performances, Kunstmessen oder Auktionen nicht ersetzen können. Wie gehen GaleristInnen und ProjektraumbetreiberInnen mit dieser Situation um, wenn allerorts Messen abgesagt werden, Eröffnungen und andere Events ausfallen?

 

Kann die Kunst mehr als bisher unabdingbares Lebensmittel sein, oder wird sie immer stärker zum dekorativen Luxusobjekt? (...)

Kunstforum_AO-zoom_2020-04-26 22.24.33_wix.jpg