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CREATURES IN CRITICAL ZONES

Nathalie Grenzhaeuser I Stefanie Zoche

Eröffnung

Freitag, 26. Januar 2024, 19 - 22 Uhr

 

Ausstellungsdauer

27.Januar 24 – 17. Februar 2024

Rahmenprogramm

9. Februar 2024 partizipative Sound-Performance Circuit for Sea von Sebastian Giussani und Daniel Mohr (München), 19- 22 Uhr

 

17. Februar 2024 Künstlerinnen-Gespräch mit der Kuratorin Dr. Jule Reuter (Berlin), 19 Uhr

Creatures in Critical Zones at Axel Obiger

Creatures in Critical Zones

Nathalie Grenzhaeuser und Stefanie Zoche arbeiten in einem interdisziplinären Feld zwischen Kunst und Wissenschaft, wobei sie sich auf sehr unterschiedliche Weise mit der Beziehung des Menschen zur Natur im Zeitalter des Anthropozäns auseinandersetzen. Beide waren 2006 in der Ausstellung „Gletscherdämmerung“ vertreten, der ersten Kunstausstellung zum Klimawandel im deutschsprachigen Raum (ERES Stiftung München). Seitdem haben sie mehrmals zusammen ausgestellt, zuletzt im MaximilliansForum München, für das sie ihre erste solo Ausstellung „Tales of Water and Sand“ konzipiert haben.

 

„Creatures in Critical Zones“ ist ihre zweite gemeinsame Ausstellung, in der sie sich mit dem maritimen Ökosystem und unterschiedlichen Meeresbewohnern befassen. 

 

Nathalie Grenzhaeusers Fotografien und Videoarbeiten entstehen seit 2015 auf wissenschaftlichen Forschungsstationen. Zwischen 2018 und 2021 hat sie in Karelien, Russland am weißen Meer Meeresbiologen bei ihren Forschungsroutinen begleitet und sich mit der Morphologie wirbelloser Meerestiere und deren Lebenszyklen auseinandergesetzt. Ein weiterer Aspekt ihrer Arbeit widmet sich den Räumen wissenschaftlicher Präsentation, Aufbewahrung und Forschung, wie das Zoologische Museum in Sankt Petersburg, ein naturkundliches Museum, das sie oft besucht hat. In einem mehrmonatigen Prozess hat sie aus dem fotografischen Material des Museums neue Räume entwickelt, die von den „Carceri“ Giovanni Batista Piranesis inspiriert sind. Die entstandenen Bilder verbinden die museale Architektur mit dem Meeresraum und werden von Grenzhaeuser auch „Tales of Water“ genannt. Sie erinnern an Traumsequenzen, die den Betrachtenden einen mehrdeutigen, assoziativen Raum eröffnen, in dem das Verhältnis zwischen Natur und Kultur ausgelotet wird, die sich aber dennoch einer eindeutigen Lesbarkeit entziehen.

 

Stefanie Zoche beschäftigt sich seit vielen Jahren nahezu ausschließlich mit ökologischen Fragestellungen. Neben der Klimakrise und dem Umgang mit Ressourcen – insbesondere dem schwindenden Rohstoff Sand – liegt ihr Fokus aktuell auf ozeanischen Ökosystemen. 

Für ihre Arbeit „Heliodiscus und andere Akteure“ hat sie phototaktische Mikroalgen zum Akteur, zum Zeichner von Bildern gemacht: Sie platzierte Petrischalen mit phototaktischen Algen auf Leuchtkästen, auf denen Mikroskopieaufnahmen von Kieselalgen lagen. Um Fotosynthese zu betreiben, schwammen die Algen zu den hellen Stellen der Vorlagen und bildeten so die Formen der Kieselalgen durch ihr Wachstum nach. Diese Bilder verdichtete die Künstlerin zu einer fotografischen Gesamtkomposition. Außerdem zeigt Stefanie Zoche neue Arbeiten, die sie während einer Künstlerresidenz im Herbst 2023 auf Island entwickelt hat, wie „Unspecified Critters in the Critical Zone“, eine skulpturale Installation aus Braunalgen, und die Videoarbeit „Requiem“.

 

Im Ausstellungsraum treten die Fotografien, Videoarbeiten und Skulpturen der beiden Künstlerinnen in einen unmittelbaren Dialog zueinander, der eine vielschichtige Reflexion über das komplexe Verhältnis des Menschen zur Natur entstehen lässt. 

Rahmenprogramm

CIRCUIT FOR SEA
Sebastian Giussani und Daniel Mohr (München)

Freitag, 9.2.2024, 19 - 22 Uhr


Performance innerhalb der Ausstellung „Creatures in Critical Zones“ von

Nathalie Grenzhaeuser und Stefanie Zoche bei Axel Obiger Berlin

Künstlerinnen-Gespräch

mit der Kuratorin Dr. Jule Reuter (Berlin)

Samstag, 17.2.2024, 19 Uhr

Daniel Door (links) & Sebastian Giussani (rechts) anlässlich der Ausstellung Tales of Water and Sand, von Nathalie Grenzhaeuser und Stefanie Zoche, Maximiliansforum München 2023

Circuit for Sea

"Die Brandung, die auf den Strand wälzt und sich wieder zurückzieht, vollzieht eine ziemlich langsame Bewegung und ihr Geräusch [...] ist hauptsächlich ein zufälliges Rauschen." - Frederick Charles Judd, Electronics in Music

 

Die beiden Medienkünstler Daniel Door und Sebastian Giussani (München) erweitern mit ihrer akustischen Performance "Circuit for Sea" Nathalie Grenzhaeusers & Stefanie Zoches Ausstellung "Creatures in Critical Zones“. Door und Giussani werden dazu Aquarien, die mit Unterwassermikrofonen versehen sind im Ausstellungsraum platzieren. In einem partizipativen Prozess mit den BesucherInnen werden Soundscapes erzeugt, die sich mit dem Meer befassen. Dafür stehen den Teilnehmenden vielfältige Materialien und Werkzeuge zur Verfügung. Die BesucherInnen der Ausstellung werden zu einem Sturm im Wasserglas eingeladen. Daniel Door und Sebastian Giussani spielen dazu einen Brandungsgenerator mit pinkem Rauschen, basierend auf einer 1970er Schaltung von F.C.Judd, untermalt von Basswellen. 

Performance zwischen 19 und 22 Uhr

Axel Obiger, Brunnenstrasse 29, 10119 Berlin

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